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Zentrum für seltene Hormonstörungen

Hormone werden in Hormondrüsen gebildet, beispielsweise in der Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) – aber auch in Eierstöcken und Hoden sowie im Herzen und Fettgewebe. Von dort aus übermitteln sie ihre wichtigen Informationen an ihre Zielorgane und entfalten dort ihre Wirkung. Sie sind u. a. wichtig für Wachstum, Gedächtnisleistung, Stoffwechsel, Stressverarbeitung, Sexualität und Fruchtbarkeit. Zudem haben sie einen großen Einfluss auf unsere Stimmung und unser Wohlbefinden.

Hormonstörungen sind Ursache schwerer Erkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Osteoporose (Knochenschwund) oder Schilddrüsen-Fehlfunktionen.

In unserer endokrinologischen Abteilung werden zudem sämtliche seltene Hormon­erkrankungen sowohl ambulant als auch stationär behandelt.

Nationales Referenzzentrum für Nebennierenunterfunktion

In unserer Abteilung diagnostizieren und behandeln wir alle Formen der Nebennieren­unterfunktion (Nebenniereninsuffizienz).

Die endokrinologische Abteilung am Universitätsklinikum Würzburg ist ein nationales Referenzzentrum für Nebennierenunterfunktion (z. B. den Morbus Addison). Die Nebenniereninsuffizienz ist eine seltene  Erkrankung, bei der die Hormonproduktion der Nebenniere nicht mehr ausreichend funktioniert. Als Ursachen kommt eine primäre Zerstörung der Nebennierenrinde in Frage (autoimmune Zerstörung der Nebennierenrinde, angeborene Hormonsynthesestörung beim Adrenogenitalen Syndrom, Entfernung der Nebennieren), oder auch eine Beeinträchtigung der übergeordneten Steuerzentren in Hypothalamus/Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) durch Tumoren, Bestrahlung, Verletzungen oder durch Medikamente (z.B. Ipilimumab-induzierte Hypophysitis). Auch eine stattgehabte Cortison-Langzeittherapie kann die Cortisolbildung beeinträchtigen.

Je nach Ursache der Einschränkung der Nebennierenfunktion können weitere Hormondefizite eine Rolle spielen (z.B. Aldosteron, DHEA oder Adrenalin). Am UKW sind spezielle Strukturen für die Versorgung von Patienten mit einem Mangel an körpereigenem Cortisol entstanden. Daneben haben wir eine spezielle Schulungseinheit für unsere Patienten etabliert, bei der wichtige Informationen vermittelt werden, wie mit der Nebennierenerkrankung im Alltag umzugehen ist und wie dem Auftreten von Nebennierenkrisen vorgebeugt werden kann.

Wir bieten die Teilnahme an zahlreichen klinischen Studien an und betreiben schon seit einigen Jahren – auch in Zusammenarbeit mit anderen spezialisierten Zentren–  klinische Forschungsprojekte zur Erforschung der Nebenniereninsuffizienz. Detaillierte Informationen finden Sie unter: "Zentrum Nebenniereninsuffizienz".

Hypoparathyreoidismus-Zentrum

Eine weitere Erkrankung, die mit einem Mangel an Hormonen einhergeht und mit der wir uns eingehend sowohl in der klinischen Versorgung als auch in der Forschung befassen, ist der Hypoparathyreoidismus – die Unterfunktion der Nebenschilddrüsen. Der Hypoparathyreoidismus ist eine seltene Erkrankung, die durch eine mangelnde Produktion von Parathormon in den Nebenschilddrüsen gekennzeichnet ist und durch eine Störung im Calcium- und Phosphatstoffwechsel zu verschiedenen Symptomen führen kann. Am häufigsten entsteht der Mangel an Parathormon durch eine Operation an der Schilddrüse; es sind aber auch genetische und autoimmune Ursachen bekannt.

Hierzu können Sie Näheres unter "Hypoparathyreoidismus-Zentrum" nachlesen.

Zentrum für endokrine Tumoren (ZET)

Schon seit mehreren Jahren besteht eine besondere Spezialisierung auf Tumoren der hormonbildenden Drüsen (z.B. Nebenniere, Hypophyse, Bauchspeicheldrüse oder Nebenschilddrüse), die unter dem „Zentrum endokrine Tumoren“ (ZET) vorgestellt und auch dort behandelt werden. Nähere Informationen hierzu sind unter http://www.zese.ukw.de/fuer-patienten/schwerpunkte/zentrum-fuer-endokrine-tumoren-zet.html zu finden.

Leistungen:

In dem Zentrum für seltene Hormonstörungen (mit besonderem Schwerpunkt für Hypophysen- und Nebennierenunterfunktion (Morbus Addison), Hypoparathyreoidismus, Hyperparathyreoidismus, Polyglanduläres Autoimmunsyndrom, Conn-Syndrom, Cushing-Syndrom, Adrenogenitales Syndrom (AGS), Hypogonadismus, aber auch von genetisch bedingten Hormonerkrankungen) werden die Krankheiten (ambulant und stationär) diagnostiziert, behandelt und beforscht. Wir bieten spezielle Patientenschulungen (v.a. für Nebenniereninsuffizienz) an. Außerdem führen wir eine umfangreiche endokrinologische Labordiagnostik (inkl. Funktionstests) durch und bieten eine humangenetische Beratung an. Das Zentrum arbeitet zudem mit Selbsthilfegruppen zusammen und kann auch Kontakte zu diesen vermitteln.

Beteiligte Kliniken/Abteilungen:

• Medizinische Klinik I
• Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
• Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
• Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI)
• Neurochirurgische Klinik und Poliklinik
• Klinik & Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
• Kinderklinik und Poliklinik
• Klinik für Urologie
• Pathologisches Institut
• Institut für Humangenetik
• Lehrstuhl für Pharmakologie

Ansprechpartner für das Zentrum

Prof. Dr. Stefanie Hahner 

Kontakt: Cindy Hofmann, Elke Davis

Telefon 0931 / 201-39200 oder 0931 / 201-39201

E-Mail: Hahner_S@ukw.de

Prof. Dr. Stefanie Hahner